Viertausender

Genau 48 Berge knacken in der Schweiz die symbolische Grenze von viertausend Meter und dürfen sich somit Viertausender nennen. Mein Ziel ist bei weitem nicht die alle zu besteigen. Bis vor wenigen Jahren träumte ich noch davon, vielleicht in meinem Leben einmal auf so einem Gipfel zu stehen, nun sind doch schon noch der eine oder andere dazu gekommen. Aber ganz ehrlich, die Schönheit und das Erlebnis einer Tour hängt nicht von der Gipfelhöhe ab. Trotzdem ist hier meine "Sammlung", Viertausender tönt halt einfach gut.

Dom (4546 m)

Der Dom ist mit einer Höhe von 4546 m ü. M. der höchste Berg, der mit seiner kompletten Basis innerhalb der Schweiz liegt. Wir starten in Randa, knappe 3150 Meter tiefer und übernachten in der Domhütte, ca. in der Mitte. Der interassante Aufstieg führt unter anderem über die Europabrücke, mit knapp 500 Meter Länge die längste Hängebrücke der Welt. 

Am Sonntag ist um 02:30 Tagwache, wir lassen uns Zeit und die ersten Gruppen vorgehen, ehe wir um 03:30 im Schein der Stirnlampen ebenfalls starten. Nach kurzer Zeit erreichen wir bereits den Festigletscher und zur Dämmerung stehen wir am Fusse des Festijoch. Und leider verbringt vor uns eine 5-er Gruppe Zürcher endlos viel Zeit mit der Kletterei, wir warten über eine Stunde auf dem Gletscher ehe wir ran können, Stau wie am Gotthard! Geplant war der Aufstieg über den Festigrat, der Schneefall der letzten Tage bewegt uns zur Planänderung, wir nehmen die Normalroute über den Hobärggletscher. Die frisch eingeschneiten Firnfelder sind teilweise über 45° steil, und das letzte Stück vor dem Gipfel bewältigen wir auf den Frontzacken und unter Einsatz des Pickels. Die Aussicht ist phänomenal und reicht in die Berner Alpen, nach Italien in die Poebene, man sieht den Lago Maggiore, Comersee und vieles mehr. Nach der Gipfelrast gehts auf gleichem Weg zurück, leider konnten wir die Zürcher nicht überholen, und beim Festijoch warten wir wieder eine geschlagene Stunde bis wir endlich über diesen Felsriegel abseilen können, glücklicherweise bei angenehmen Temperaturen an der Sonne. Um 18:00 erreichen wir wieder die Domhütte und sind froh, noch eine Nacht bleiben zu können. Die nach uns gestartete Italienergruppe (17 Personen!) erreicht die Hütte gar erst um 20:00. 

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Jungfrau (4158 m)

Die Jungfrau ist der dritthöchste Berg der Berner Alpen (4158m). Zwischen Stechelberg und dem Gipfel liegen 3248 Höhenmeter auf einer Distanz von nur etwas mehr als viereinhalb Kilometer - eindrückliche Dimensionenen für die Alpen. Wir als Genussmenschen nehmen uns diesen Aufstieg in 2 Tagen vor, mit Zwischenhalt in der Rottalhütte. Ist immer noch happig genug, insbesondere der Aufstieg über den inneren Rottalgrat beinhaltet viel Kletterei, bis 4a. Wir erwischen einen Hammertag mit besten Bedingungen, ein Kandersteger Bergführer sagt zu solchem jeweils "phänomenal genial".

Nach der bombastischen Aussicht nehmen wir auf dem Weg zum Jungfraujoch eine Abkürzung mit spannender Abseilpassage und erreichen alsbald den Tatzelwurm Richtung Mönchsjochhütte, wo wir übernachten und am Sonntag den Mönch besteigen wollen. Das Wetter macht allerdings nicht mit, dieser Gipfel muss halt noch etwas warten.

Und wir sind schon ein bisschen stolz auf die Jungfrau über diese Route!

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Nadelhorn (4327 m)

02:45 Tagwache, Mischabelhütte, 3340m

03:00 Frühstück

03:30 Abmarsch

09:00 Gipfel, 4327m

14:00 Saas Fee, 1800m, Bier

Endlich hat's geklappt, im 5 Anlauf. Schon der Zustieg zur Mischabelhütte gestern hatte es in sich, Höhenangst ist fehl am Platz. Das nette Hüttenteam gibt alles, Geburtstagskind Yan hat zum z' Morge Kuchen und Kerze auf dem Tisch, ist immerhin sein 20er.

Die Hochtour zum Gipfel bietet Gletscherüberquerungen, Klettereien und natürlich Aussichten, solange man sich nicht gerade in einer Wolke bewegt. Im Bild oben blicken wir auf das Ulrichshorn, schlappe 3924m.

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Breithorn (4164 m)

Einen 4000er mit den Schneeschuhen, geht das? Wir versuchens am Breithorn, dem am einfachsten zu erreichenden, man lässt sich bequem per Seilbahn bis hoch zur Bergstation des Kleinen Matterhorn gondeln. Sicherheitshalber ist aber auch die Hochtourenausrüstung mit dabei. Und diese benötigen wir dann auch, auf der doch recht steilen Flanke wird Blankeis nur von einer spärlichen Schneeschicht bedeckt. Wir sind froh um Steigeisen und Pickel. Die Aussicht vom Gipfel ist dann phänomenal. Und die Schneeschuhe waren schlussendlich auch oben, halt auf dem Rucksack.

Vom Länderübergreifenden Skigebiet ist übrigens auf der Italienischen Seite nichts zu sehen ausser einigen still stehenden Skiliften, Corona bedingt ist die dortige Seite geschlossen. 

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Allalinhorn (4027 m)

Unverhofft kommen wir zu unserem zweiten 4000er. Eine 2-tägige Hochtour zur Bärglihütte war geplant, doch Coronabedingt klappte es mit der Übernachtung nicht. So wurde kurzfristig auf das 1-tägige Allalinhorn gewechselt, dem vielleicht leichtesten 4000er. Carola hatte die gute Idee mit dem Camper schon am Freitag ins Saasertal zu reisen und dann bis Sonntag zu bleiben.

Die Bahnen bringen uns dann am Samstag hoch bis zur Bergstation Mittelallalin, auf 3450 m. Von da ist es "nur" noch ein Katzensprung zum Gipfel auf 4027 m. Immerhin wird mit Steigeisen und am Seil aufgestiegen, haben wir doch einige Spalten zu Überqueren. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit sind wir hier bei weitem nicht die einzigen unterwegs. Wir treffen unter anderem eine Familie mit Ihren 8, 9, und 10 jährigen Söhnen auf dem Gipfel.

Die Aussicht ist absolut traumhaft, wirklich den Aufstieg wert!

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Weissmies (4017 m) Überschreitung - mein erster 4000er

Schon der Freitag mit der Wanderung hoch zur Almagellerhütte, unserem Nachtlager, ist schön und gemütlich.

Am Samstag morgen früh gehts los Richtung Zwischbergenpass, von da hoch zum Weissmies, in 3 3er Seilschaften. Zuerst über ein Schneefeld mit Steigeisen, dann mit leichter Kletterei den SSE Grat hoch. Zuletzt führt ein schmaler Schneegrat zum Gipfel. Dies ist der erste 4000er für Carola, Monika, Kristina und mich (nach mehreren erfolglosen Anläufen). Für mich ist zudem noch Premiere als Seilführer.

Für den Abstieg nehmen wir die Normalroute nach Hohsass, vorbei an eindrücklichen Gletscherabbrüchen und über Gletscherspalten. Das Wetter macht toll mit und wir geniessen einen herrlichen, unvergesslichen Tag!

Vielen Dank Stefan!

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