Das Gasterental ist immer schön und einen Besuch wert, insbesondere wenn die Frauenschuh blühen. Die Angst, zu spät dran zu sein bestätigt sich glücklicherweise nur teilweise. Wir finden noch einige dieser schönen Orchideen, Wahnsinn welches Ausmass die Stauden erreichen können.
Schon die Reise nach Meiringen ist ein Erlebnis: Verspätungen, viele Touristen, überfüllte Züge, nervöse Reisende. Auf der Wanderung Richtung Reichental bin ich dann aber schnell alleine, und den tosenden Wasserfall kann ich ganz alleine geniessen, ebenso die Absturzstelle vom Meisterdedektiv Sherlock Holmes. Je näher ich dem Rosenlaui komme, desto mehr Wanderer treffe ich an. Den Besuch der Schlucht hatte ich mir eigentlich vorgenommen, verzichte aber und wandere weiter zur Schwarzwaldalp. In den vergangenen Jahren war ich bereits mehrere Male in dieser faszinierenden Schlucht. Ich nehme mir vor, dieses Tal im Herbst wieder einmal zu besuchen, wenn die Bergahorn sich verfärben.
Ein gelungenes Ausbildungs-Wochenende rund um die Windegghütte wurde einzig dadurch getrübt, dass die Triftbahn nicht läuft. Umso mehr gelaufen sind wir und der Schweiss. Bei herrlichem Wetter und bester Laune erlernten und vertieften 19 Teilnehmer plus drei Leiter Techniken und Strategien im Fels.
Die Wanderung zur neu umgebauten Doldenhornhütte und zurück war nicht unbedingt vom Wetterglück begünstigt. Trotzdem, Nebel und Regen erzeugen eine mystische Stimmung auf diesem schönen Bergweg. Und der guten Stimmung in der Gruppe kann eh kein Wetter etwas anhaben.
Nun hat es endlich geklappt mit dieser Überschreitung. Zuerst lassen wir uns bequem mit der Bahn auf den Pilatus bringen, fliehen aber schnell Richtung Tomlishorn, unserem "zweiten" Gipfel. Nach überschreiten eines namenlosen Gipfels stehen wir vor der Wand des Widderfeld. Hier wählen wir die anspruchsvollere Variante Richtung Süden der Wand entlang, über Felsbrücken und durch einen Tunnel nach oben, spannend. Nach einem weiteren Gipfel, Rottosse, erreichen wir pünktlich zur Mittagszeit das Mittaggüpfi. Weiter über den Wangegrat zu den weiteren Gipfeln Stäfeliflue, Blaue Tosse und Risetestock. Unterwegs müssen wir eine Wegblockade durch Steinböcke überwinden. In Gfellen lassen wir uns dann verwöhnen und geniessen die Gastfreundschaft.
Am Sonntag lassen wir den Schimbrig links liegen. Einen ersten Halt legen wir bei der Schimbrig Schwefel-Quelle ein. Das Quellwasser soll heilsam sein und den menschlichen Organismus kräftig anregen. Nun, ein toller Schluck hat mir genügt und hat das geschmacklich nach faulen Eiern schmeckende Aufstossen während der nächsten paar Stunden kräftig angeregt. Der steile Aufstieg zur Abnistetteflue ist geschmückt durch das leuchtendes Blütengelb. Der höchste Gipfel heute ist die Schafmatt, danach folgt noch der steile Abstieg Richtung Flühli. Die müden Beine werden wir wohl zum Wochenanfang noch etwas spüren.