Skitouren Osterweekend Val da Camp

Where the hell is Val da Camp? Sind deshalb kurzfristig noch Plätze verfügbar weil niemand weiss wo das ist? Nach einigem Zögern entscheide ich mich kurzfristig zur Teilnahme, auch weil meine Wunschdestinationen ausgebucht sind. Wir treffen uns in Pontresina, der Bergführer Andy und eine Gruppe von 7 Teilnehmern. Das Taxi bringt uns über den Berninapass nach Sfazù, wo wir nach kurzer Mittagspause die Felle montieren und Richtung Val di Campo losziehen.

Nach Besteigung des Motal (2517m) und einer Abfahrt mit teils schwierigen Sichtverhältnissen erreichen wir das Rifugio Seaseo. Am nächsten Morgen entscheiden sich 3 Mitglieder zur Rückkehr, teils weil sie Überfordert sind, teils aus gesundheitlichen Gründen.

Das reduzierte Team ist aber viel ausgeglichener und Andy passt die Touren optimal auf die aktuelle Schnee - Lawinensituation sowie auf uns an. Zur Gruppe gehören noch die Telemarkerin Claudia, der Schwede Björn mit seinem Splitboard und Christoph.

Am zweiten Tag ist die Sicht alles andere als gut, wir steigen hoch zum Piz Cunfin (2904m), müssen aber wegen der schlechten Sicht auf der Aufstiegsspur zurück. Im Aufstieg informiert uns Andy, dass am Vortag beim Lagh da Saseo eine Gruppe Schneeschuhwanderer in eine Lawine gerieten und es zu 2 Todesfällen kam.

Am dritten Tag ist das Wetter wesentlich besser, Andy erwartet, dass die meisten Tourengänger über den Passo da Val Mera steigen werden und entscheidet sich für den Piz Ursera (3032m). Im Aufstieg löst der Ausbildner einer Gruppe jedoch eine Lawine aus, so bleibt allen nur noch der gleiche Weg wie uns. Als einzige nehmen wir den Grat vom Vorgipfel zum Hauptgipfel in Angriff. In der Hoffnung auf guten Pulverschnee befahren wir ein Tal, wohlwissend dass wir wieder hochsteigen müssen. Das Risiko lohnt sich, in herrliche unbefahrene Pulverschneehänge ziehen wir unsere Linien.

 

Am Abend in der Hütte erfahren wir, dass eine Gruppe im Aufstieg zum Piz Val Nera eine Lawine auslöste und dabei einige Stöcke und ein Ski verloren gingen. Die Gruppe musste auf dem gleichen Weg zurück. Andy entscheidet sich am nächsten Tag trotzdem für den Piz Val Nera (3160m) und danach nach durch das Val Mera nach Livigno zu fahren. Beim Pass errichten wir ein Skidepot, zu Fuss erreichen wir dank guter Spurarbeit von Andy sicher den Gipfel. Angesichts des teilweise vereisten Couloirs, das wir hochgestiegen sind, frage ich mich aber, wie wir wieder heil runter kommen, zumal wir keine Steigeisen dabei haben. Andy geht vor und kackt mit der Schaufel saubere Tritte, so gelangen wir schliesslich wieder zu den Skis. Die Abfahrt nach Livigno ist dann wieder durch jungfräulichen herrlichen Pulverschnee.